Subjektive Hörtests

Subjektive Hörtests müssen...

– genau wie objektive Hörtests - von geschulten und erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die (Hör-)Reaktionen des Betroffenen zu beobachten und zu interpretieren.

Subjektive Hörtests erfassen nicht nur die elektroakustische Schalleitung und -verarbeitung, sondern auch alle weiteren Aspekte: die Schallleitung im Außen- und Mittelohr, die Schallempfindung im Innenohr und durch den Hörnerv sowie die Verarbeitung im Gehirn. Damit beantworten sie auch die letztlich nur subjektiv zugängliche Frage, wie viel ein Patient mit dem, was er wahrnimmt, wirklich anfangen kann.

In der Regel werden dem Patienten Geräusche, Klänge oder Sprache vorgespielt. Sobald er etwas gehört oder verstanden hat, soll der Patient mit einer vorher vereinbarten Handlung reagieren oder das Gehörte wiederholen. Fachleute, die diese Tests durchführen, können v.a. bei Erwachsenen oder sprachlich schon weiter entwickelten Kindern sehen, welche Laute und Laut-Kombinationen noch Probleme verursachen - eine gute Vorlage für technische Verbesserungen in der Einstellung von Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten und die begleitenden Sprachtherapie.

Bei kleineren Kindern, insbesondere bei Sprachanfängern, können subjektive Hörtests niemals objektive Tests ersetzen. Besonders kleine Kinder sind in ihren Reaktionen sehr von der Tagesform abhängig (zu müde, zu aufgedreht, verschnupft, abgelenkt), so dass man keine verlässliche Aussage gewinnen kann. Außerdem muss man berücksichtigen, dass gehörlos geborene Kinder zunächst gar nicht wissen, was Hören überhaupt ist und wie die Spielregeln der subjektiven Hörtests funktionieren.